Glaskinn

Regen fällt in Sekunden, die sich selbst fressen; es ist unsagbar, also klingt es schwachsinnig. Es ist nicht undenkbar. Träumst du davon? Kannst du das? Es war laut, ja, und du hast die Fenster geschlossen. Warum? Wann haben wir das letzte Mal getanzt, war mein Gesicht weit, wie Täler offener Hände, habe ich gelächelt?

Wir müssen nicht reden. Du bist gegangen, aber ich habe das Licht im Flur für dich angelassen. Ich warte. Darauf, dass wir uns verschlingen, aber nur fast. Einsamkeit, die sich trifft, sich nicht verschlingt; nur fast, nicht ganz.

Die Milch riecht unauffällig. Sie ist wahrscheinlich noch gut. Kommst du wieder? Wann? Gleich morgen hole ich Zucker für deinen Kaffee. Du musst sehen, was ich tue, dich für eine angeschissene Sekunde ausliefern.

Unbestreitbare Schönheit lehne ich ab, ja, mit all meiner Macht, ich bin gewöhnlich, ja, aber auffällig. Nicht auf den ersten Blick, nein; fällt es dir nicht auf, ist es meine Schuld. Meine Hand ist weder zart noch gefurcht, mit ihr habe ich Seiten umgeblättert, viele, ja, aber nur, solange ich Lust hatte; sie hat gearbeitet, ja, aber nur, weil sie musste. Im Sommer trägt sie Blasen, braucht sie Salben und Termine; es ist ein Ekzem, steht im Internet. Im Winter streife ich mit ihr durch dein Haar und erzähle vom Meer; ich bin ein Hochstapler.